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Die andere Seite der Welt

Wird „Krisengipfel“ zum Wort des Jahres 2022? Angesichts der zahlreichen Erschütterungen, die wir aktuell erleben, scheint dieser Gedanke naheliegend. Es ist unheimlich viel, was unsere Aufmerksamkeit fordert, auf unserer Seele lastet und an unseren Kräften zehrt. Jede Nachrichtensendung konfrontiert uns mit Schreckensbildern. Jeder Warnhinweis mit Maskensymbol erinnert uns daran, dass unsere Gesundheit bedroht ist. Jeder Einkauf zeigt uns, dass das Leben teurer wird. Was für eine Welt? 

Ich schwinge mich auf mein Fahrrad und radle los. Nach wenigen Minuten habe ich rechts neben mir den innerstädtischen Wald und links schweift mein Blick über den Teich, der von Schwänen und Wildenten bevölkert wird. Eine halbe Stunde später bin ich in der offenen Landschaft und habe freie Sicht bis zum Horizont. Ich atme den Duft von frischem Heu und höre, wie der Wind in den Bäumen rauscht. Ein Stück hin liegt ein Getreidefeld in hellem Gelb und bald passiere ich eine Weide, auf der Kornblumen und Kamille blühen. Ein Farbenspiel aus dunklem Grün, Weis und Blau – die andere Seite der Welt. Und ich bin mittendrin. Ich spüre Frieden. Und Freiheit. Und Leben.

Ein Lied Paul Gerhards beginnt in mir zu klingen: Geh aus, mein Herz, und suche Freud / in dieser lieben Sommerzeit / an deines Gottes Gaben; / schau an der schönen Gärten Zier / und siehe, wie sie mir und dir /sich ausgeschmücket haben. 

Liebe Leserinnen und Leser, ich möchte Sie ermuntern: Brechen Sie auf zu einer Reise auf die andere Seite der Welt. Oder lassen Sie sich inspirieren von den Versen Paul Gerhardts, die sehr schnell im Internet zu finden sind. Der Sommer lädt uns dazu ein.

Roland Weyrowski ist Religionslehrer in Senftenberg und Herzberg