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RSSPrint

Ein tägliches Ritual als fester Anker

02.04.2020

Der Astronaut Alexander Gerst rät in der Corona-Krise den Menschen in häuslicher Isolation oder im Homeoffice dazu, ihren Alltag zu strukturieren und bestimmten Ritualen zu folgen. Aus kirchlichen Zusammenhängen ist das Abendmahl oder die Messe bekannt, aber Gottesdienste fallen zurzeit ja leider aus. Im Ursprung dieser kirchlichen Rituale begegnet uns der Wanderprediger Jesus und seine zwölf Freunde. Wenn sie am Abend Pause machten, dann feierten sie ein damals traditionelles tägliches Gastmahl: Jesus nahm das Brot, dankte Gott und teilte es unter seinen Jüngern und sagte: Nehmt und esst! Gemeinschaft bildet sich durch das Teilen des Brotes, und durch das Gebet setzt sich der „Geber aller Gaben“ mit an den Tisch. Wäre dies heute eine Hilfe? Ein Stück Brot findet sich zum Glück bei uns. Es mit den eigenen Händen zu teilen, dürfte leichtfallen. Es genauer anzuschauen, mit den Fingern zu fühlen und den Duft wahrzunehmen, mag für uns überraschend neue Erlebnisse bringen. Ein „Danke“, an die Bereiter des Brotes und auch an den „Geber aller Gaben“ stellt alles in einen größeren Zusammenhang. Wenn wir das Brot teilen, können wir an Menschen denken, die mit uns verbunden sind: Freunde, Familie, Nachbarn, Arbeitskollegen…, selbst wenn diese gerade nicht am Tisch sitzen. Möglicherweise kennt einer ein #Tischgebet. Auch wer alleine isst, kann sich jetzt Zeit nehmen - schmecken und genießen. Ein Gespräch mit Freunden durch das geöffnete Fenster oder über den Gartenzaun, über moderne Medien oder das allen vertraute Telefon lässt uns Gemeinschaft spüren und aufeinander achthaben. „Mahlzeit!“ oder “Mal-Zeit!“ sind gute Wünsche in diesen Tagen. Gottes Segen für ein gesundes Miteinander wünscht

Andreas Bechler, Pfarrer in Falkenberg/Elster