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Fragen an die neue Vizepräses der Landessynode

Mitte Februar hat sich die Synode der Landeskirche Berlin- Brandenburg-schlesische Oberlausitz konstituiert. Die Synode mit ihren 108 Mitgliedern ist oberstes Leitungsgremium. Die Parlamentarier vertreten rund 890.000 Gemeindemitglieder, in 25 Kirchenkreisen und 1.181 Kirchengemeinden in den drei Sprengeln Berlin, Potsdam und Görlitz organisiert. Geleitet wird die Synode von einem Präsidium. Renate Nowotnick aus Luckau ist erneut in das Präsidium gewählt worden. Und damit gehört die 66-Jährige wohl zu den Dienstältesten in dem Gremium, denn seit mehr als 20 Jahren steht sie der Synode schon als eine von zwei stellvertretenden Vorsitzenden, als sogenannte Vizepräses, vor. Ein/eine Vizepräses unterstützt bei der Führung der Geschäfte und bei der Leitung der Verhandlungen. Sie gehören auch dem Ältestenrat an, der die Arbeit der Ausschüsse koordiniert.

Was hat Sie motiviert, erneut zu kandidieren? 

Die Arbeit im Präsidium hat mir von Anfang an Freude – ja, ich kann sagen, Spaß – gemacht. Es war zu Beginn eine Herausforderung, in die Tiefen der Kirchengesetze einzudringen, Drucksachen zu verhandeln, die Synode mitzuleiten, aber ich denke, dass mir das in den vergangenen Jahren recht gut gelungen ist. Im Ruhestand werde ich Zeit haben und ich werde meine Erfahrungen aus den vergangenen Jahren einbringen können. 

Was bedeutet Ihnen die Arbeit in der Synode? Was ist Ihnen inzwischen ans Herz gewachsen? 

Ich fühle mich in der Gemeinschaft der Landessynode gut aufgehoben. Christen aus den verschiedensten Regionen kennen zu lernen, mit ihnen zu reden, zu diskutieren, auch zu lachen – das ist etwas, das ich nicht missen möchte. Und es ist schön, einen kleinen Anteil an der Mitgestaltung unserer Kirche zu haben. 

Wenn Sie an die lange Zeit im Präsidium zurückdenken, was war der schönste, was war der schlimmste Moment? 

Der schlimmste Moment war, als ich im Dezember 2003 vom plötzlichen Tod meines Mit-Vizepräses erfuhr. Die Zeit danach, die Sitzungen ohne ihn, als eben einer im Präsidium nicht mehr da war, diese Zeit war sehr schwer. Schöne Momente gab es viele. Ich denke sehr gern an Klausurtagungen des Ältestenrates zurück, an Gespräche während und am Rande der Synodaltagungen. Ein schöner Moment ist für mich auch immer dann, wenn nach einer langen, auch kontroversen Diskussion ein Verhandlungsgegenstand, eine Drucksache erfolgreich abgeschlossen wird. 

Wenn Sie nach einer viertägigen Landessynode aus Berlin zurück nach Luckau kehren, denken Sie ... 

… dass ich viel länger in Berlin gewesen sei, weil die Tage so intensiv waren. Die Zeit wirkt dann noch immer lange nach, bis der Alltag mich wiederhat. 

Worauf freuen Sie sich besonders in der neuen Legislatur?

Ich freue mich wieder auf die Arbeit im Präsidium, das Leiten der Tagungen. Ich freue mich, langjährige Bekannte wiederzutreffen, neue Menschen kennenzulernen. Auch nach der langen Zeit, der ich der EKBO angehöre, finde ich die Arbeit noch immer ausgesprochen spannend. So freue ich mich auf neue Herausforderungen und bin neugierig, wie es mit unserer Landeskirche weitergehen wird. 

Was braucht unsere Kirche in Zukunft?

In unserer zunehmend differenzierten Gesellschaft ist der Umgang miteinander von großer Bedeutung. Wir sollten aufeinander zugehen und uns auf unsere Stärken als Christen besinnen. Ich denke, dass eine Vertiefung der sozialen Nähe, gerade während und nach der Corona-Pandemie, sehr wichtig ist und sein wird. Junge Leute müssen unbedingt stärker einbezogen werden. Unsere Kirche braucht nicht nur funktionierende Strukturen, sondern vor allem Menschen, damit sie eine lebendige Kirche bleibt. 

Die Fragen stellte Franziska Dorn.