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Gewohntes neu betrachten

Es gibt Dinge, die wir gerne machen und Dinge die wir nur ungern oder widerwillig tun. Es gibt Worte, die wir gerne hören und Worte, die uns beunruhigen. Eher zu Letzterem dürfte gehören, was uns Matthäus in Kapitel 10 (34-39) darüber mitteilt. Er beschreibt, was möglicherweise passieren kann, wenn wir den Wegen von Jesus Christus folgen. Jesu Worte bringen unser Bild von ihm gründlich durcheinander. Dabei ist er einfach nur ehrlich. Ihm nachfolgen kann bedeuten, in Auseinandersetzungen mit anderen Menschen zu geraten, auch Nahestehenden. Sicher, wir hören gerne etwas, was uns gefällt und uns bestätigt. Mit Auseinandersetzungen ist das etwas anderes. Sie machen manchmal sogar Angst, aber sie bergen auch Chancen. Das bedeutet: Ich muss mich mit meiner eigenen Position, mit meinem eigenen Glauben auseinandersetzten. Das gehört dazu. So sagt es Jesus seinen Zuhörern. Das ist mühsam und anstrengend und oftmals nicht lustig. Aber es zwingt mich, Gewohntes neu zu betrachten und zu bedenken. Es zwingt mich zu der Frage, ob das, was ich so mache, wirklich so selbstverständlich und richtig ist. Genau das jedoch bringt mich weiter. Die Auseinandersetzung mit Anderen um den eigenen Glauben bringt mich dazu, weiter zu fragen und andere Positionen zur Kenntnis zu nehmen. Auf diese Weise geraten wir in einen Prozess, der naturgemäß auch Angst und Unsicherheit mit sich bringt. Das ist unser Kreuz und Jesus sagt weiter: „Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und hinter mir hergeht, ist meiner nicht wert.“

Andreas Fritsch ist Pfarrer im Kirchenkreis Bad Liebenwerda