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Kennen Sie Vanuatu?

26.02.2021

Kennen Sie Vanuatu? Das ist nichts, was Sie im nächsten Supermarkt bekommen können. Sie müssten schon 15.000 km weit reisen, um diesen Inselstaat mit 83 Inseln zu erreichen. Dann erwartet Sie dort klares Wasser, Palmen, blaues Meer, weißer Strand – ein Stück Paradies auf Erden. Und doch ist es keine heile Welt. Darauf will der alljährliche Weltgebetstag der Frauen aufmerksam machen. Denn ihre Heimat ist wie kein anderes Land durch den Klimawandel bedroht und steht auf dem Weltrisiko-Index auf Nummer 1. Der Anstieg des Meeresspiegels, das Absterben der Korallenriffe, häufige Vulkanausbrüche sowie verheerende Wirbelstürme gefährden die Existenz. Und das nicht durch sie selbst verursacht, sondern durch die reichen Industriestaaten. Zudem gibt es auf Vanuatu die höchste Quote an Gewalt an Frauen im pazifischen Raum. In diesen Widrigkeiten des Lebens steht für sie Frage: „Worauf bauen wir“ - das diesjährige Motto des Weltgebetstages. 

Die Stimmen der Frauen erzählen von der Gemeinschaft und Solidarität untereinander. Sie bauen aufeinander. Und die Stimmen der Frauen rufen uns zur schnellen und nachhaltigen Veränderung in der Klimapolitik auf. Sie bauen auf uns. Und die Stimmen der Frauen beten zu Gott. Auf diesem Glaubensgrund bauen sie. 

Dabei blicken sie auf das Gleichnis vom Hausbau aus dem Matthäusevangelium 7, 24-27. Wer klug ist, baut sein Haus auf die Worte Jesu aus der Bergpredigt; dessen Haus hat Bestand. Doch wer die Worte nur hört und sie nicht umsetzt, der wird erleben, wie das Haus zusammenfällt. Die Weltgebetstagsaktion will alle Frauen dieser Welt ermuntern, gute Bauarbeiterinnen im Lebenshaus zu sein und das ist mit vielen kleinen Dingen schon leistbar. So viele engagieren sich auf vielfältige Weise: im Natur- und Tierschutz, bei aktiver Friedensarbeit, bei der Vermarktung von Eine-Welt-Produkten, beim Dienst am Nächsten durch Besuche. Aber auch die kleinste Spende oder das freundliche Wort am Gartenzaun. Der Grundstein ist gelegt und das macht hoffnungsvoll. Bauen Sie weiter mit daran? Ich würde mich sehr darüber freuen.

Gemeindepädagogin Antje Wurch, Mühlberg