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Konzert mit Collegium Cantorum Niederlausitz

Vokalensemble besingt die Schöpfung nuancenreich und klangvoll

Mit einem Programm von großer Spannbreite begrüßten die Sängerinnen und Sänger des Collegium Cantorum Niederlausitz ihre Gäste am Samstag in der Doberluger Klosterkirche. „Wie herrlich grünen Baum und Strauch“ – so lautete die Einladung zu einem Sommerabend. Und es wurde nicht zu viel versprochen. Der Sommerpsalm von Waldermar Ahlen, dessen Titel für das Programm Pate stand, besingt die warme Jahreszeit. Er singt von herrlich grünen Bäumen und Sträuchern, die von der warmen Sommerluft ganz leicht bewegt werden. Zugleich ist das Lied ein großes Loblied auf die Schöpfung. In diesem Sinn haben die zehn Vokalisten und Vokalistinnen das Publikum durch den Sommerabend in einer angenehm kühlen Kirche geführt. Das Augenmerk lag auf der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts, wie Leiterin Katharina Schröder zu Beginn informierte. Eröffnet wurde der Abend mit einem fröhlichen „Jubilate deo“, dem Psalm 66, vertont von dem ungarischen Komponisten László Halmos. Im darauffolgenden ersten Teil wendete sich das Ensemble dem Sterben mit der Hoffnung auf Erlösung und einem Blick in das Paradies zu. Es erklangen vertonten Psalmen und Lieder von Heinrich Kaminski, Albert Becker, Edvard Grieg und Max Reger. Allen Werken wohnt die Sehnsucht nach Gottes Gegenwart inne. Die Sängerinnen und Sänger haben das stimmig zum Ausdruck gebracht. Mit dem „Laudato dominum“, einer Vertonung des 150. Psalms, schloss der erste Teil. Munter, humorvoll und sommerlich ging es im zweiten Teil weiter. „Praktisch Deutsch“ des finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara war wohl der überraschendste Beitrag des Abends. Das dreiteilige Werk für Sprechgesang war ein ungewöhnlicher, aber ausgesprochen humorvoller Beitrag zum Nach- und Weiterdenken. 

Im letzten Drittel waren Fanny Hensel, die begabte Schwester des Komponisten Felix Mendelsohn Bartholdy, die „Waldesnacht“ von Johannes Brahms und Melchior Vulpius zu erleben. Seine Vertonung von „Hinunter ist der Sonne Schein“ begleitete die etwa 60 Zuhörerinnen und Zuhörer in den Samstagabend - hinaus in die von der Abendsonne in sattes Grün getauchte Natur. Das Publikum war begeistert. Nicht nur wegen des sorgfältig ausgewählten Repertoires, das einen großen Spannungsbogen öffnete und schloss. Collegium Cantorum Niederlausitz präsentierten A-Cappella-Gesang auf hohem Niveau, präzise geleitet von Kantorin Katharina Schröder. Ihre Performance überzeugte durch Leichtigkeit und Nuancenreichtum auf der einen Seite sowie Intensität und Innigkeit andererseits. 

Franziska Dorn