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Kreissynode beschließt neue Finanzsatzung

Auf ihrer jüngsten Tagung hat die Kreissynode des Kirchenkreises Niederlausitz eine neue Finanzsatzung beschlossen. Damit ist Mittelverteilung an die Kirchengemeinden neu geregelt. Weil Kirchengemeinden und Kirchenkreise, wie andere Körperschaften des öffentlichen Rechts, ab 2023 umsatzsteuerpflichtig sind, war eine Anpassung der Satzung notwendig. Darüber hinaus sind Kirchengemeinden künftig verpflichtet, Sanierungen und Neubauten CO2-neutral auszuführen. Dafür zahlen die Gemeinden fortan in einen sogenannten Klimaschutzfonds ein. Das Geld wird für Baumaßnahmen verwendet, die dem Klimaschutz und der CO2-Neutralität dienen. Beides berücksichtigt die angepasste Finanzsatzung, die bei einer Enthaltung einstimmig beschlossen wurde. Zur Diskussion führte im Vorfeld unter anderem die geänderte Bemessungsgrundlage für Bauzuweisungen für Gemeindeimmobilien und Kirchengebäude. Waren bislang der umbaute Raum die Grundlage für die Zuweisungen an die Kirchengemeinden, sieht die neue Finanzsatzung die Gebäudegrundfläche als Bemessungsgrundlage vor. Es ist unter anderem die Aufgabe des Baubeauftragten Bernd Heinke, die Kirchengemeinden zu den Klimaschutzthemen zu beraten. Damit er diese Aufgabe erfüllen kann, war eine Wahl in den Bauausschuss nötig. Die 68 anwesenden Synodalen stimmten der Beschlussvorlage einstimmig zu.    

Der Krieg in der Ukraine und das Gedenken an die Opfer standen im Mittelpunkt der Andacht von Pfarrer Michael Wolf und dem Wort von Superintendent Thomas Köhler an die Synodalen. Köhler brachte die unterschiedlichen Haltungen zum Ukrainekonflikt zur Sprache. Viele Christinnen und Christen seien geprägt von der Bewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ und der Ansicht, dass Frieden schaffen nur ohne Waffen möglich sei. Viele sehen sich mit Blick auf den Ukrainekrieg in dieser Haltung gestärkt. Andere kommen zu der Überzeugung, dass die Friedensethik neu gedacht werden muss und dass heute andere Antworten nötig sind. „Ich vermute, dass beide Haltungen auch unter uns zu finden sein werden. Vielleicht sind sie sogar beide in einer Person zu finden“, sagte er. Köhler dankte den Kirchengemeinden, die Geflüchtete aus der Ukraine mit Wohnraum, Geld, Zeit und Behördengängen unterstützen. Dass die Coronakrise zwar vom aktuellen Geschehen überlagert, aber noch nicht überwunden ist, machte Köhler deutlich. Nach zwei Jahren Unterbrechung werden manche Angebote in den Kirchengemeinden noch nicht wieder so wahrgenommen, wie es vor der Coronazeit war. „Möglicherweise werden wir durch die Pandemie gezwungen, unsere kirchliche Arbeit anders zu organisieren“, sagt er. Das Jahr 2023 soll im Kirchenkreis Niederlausitz im Zeichen der Taufe stehen. Der Superintendent informierte über geplante Tauffeste in den Regionen und eine Kampagne, die über die Taufe informieren und auf sie aufmerksam machen soll. 

Mit Blick auf die nächste Wahlperiode der Gemeindeleitungen verwies Köhler auf das Mindestmitgliedergesetz für Kirchengemeinden. Fast alle Gemeinden im Kirchenkreis Niederlausitz sind von diesem Gesetz betroffen, weil es eine Mindestgemeindegliederzahl von 300 vorschreibt. Er warb mit Blick auf die Zukunft um Offenheit zu Veränderungen und verwies auf die anstehenden Informationsabende in den Gemeinden. Schließlich informierte der Superintendent darüber, dass es im Kirchenkreis Niederlausitz gegenwärtig nur eine unbesetzte Stelle gibt. „Es sind also Menschen da, die bereit sind, sich mit den Gemeinden auf den Weg zu machen, mit den Menschen zu arbeiten und sich auf sie einzulassen.“ 

Die ursprünglich in der Tagesordnung vorgesehenen Vorträge über die Arbeit mit Kindern, Familien und Jugendlichen wurden auf die nächste Synode verschoben. Die Kollekte in Höhe von 537 Euro wurde für die Ukrainehilfe gesammelt. Die nächste Synode findet am 14. Oktober 2022 statt. 

 

Franziska Dorn