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Kirchenführerinnen und Kirchenführer sind ausgebildet

Am Samstag haben in Lübben Frauen und Männer einen Kirchenführerkurs beendet. In einem feierlichen Gottesdienst mit Superintendent Thomas Köhler in der Paul-Gerhardt-Kirche sind ihnen die Zertifikate über die erfolgreiche Teilnahme ausgehändigt worden. 

Sie sind nun Kenner, was Kirchbauten und Kirchenkunst betrifft: Insgesamt 28 Kirchenführerinnen und Kirchenführer haben der Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz und der Kirchenkreis Niederlausitz in den vergangenen Monaten ausgebildet. Sechs Module praktische und theoretische Ausbildung in den Kirchen in Langengrassau, Brieske, Doberlug, Kirchhain, Finsterwalde, Massen, Nehesdorf und Lübben liegen hinter den Teilnehmenden. Unter Leitung von Annegret Gehrmann aus Langengrassau lernten sie die verschiedenen Baustile kennen, zeitlich einzuordnen und zu erläutern. Damit die Kirchenführung aber keine trockene Angelegenheit wird, vermittelten die Kirchenpädagoginnen Maria von Fransecky aus Berlin und Dr. Anja Häse aus Dresden methodische Ansätze, wie eine Kirchenführung lebendig und informativ gestaltet werden kann. Zudem eigneten sich die Frauen und Männer theologisches Wissen an. Regine Rieger aus Lübben ist eine der erfolgreichen Absolventinnen. Die 61-Jährige kann sich vorstellen, künftig Touristen die Lübbener Kirche zu zeigen. „Kirchen sind besondere Orte für Christen und für Nichtchristen. Wie viel Informationen in den Kirchenbauten stecken, habe ich zuvor nicht gewusst. Anhand des Baustiles, der Materialien und der Ausstattung erfährt man sehr viel über das Denken und die Vorstellungen der Menschen, die die Kirchen erbaut und genutzt haben“, sagt sie. Zudem habe sie gelernt, den Kirchenraum mit allen Sinnen zu erfassen. Diese Erfahrung möchte sie gern weitergeben. Hilfreich fand sie zudem die praktischen Übungen, die anhand der Heimatkirchen der Kursteilnehmer durchgeführt wurden. 

Genauso wichtig sei es aber, zu vermitteln, dass Kirchen keine Museen sind, sondern Orte gelebter Glaubenspraxis. Das alles miteinander zu verknüpfen und die Kirchenführerinnen und Kirchenführer dafür zu sensibilisieren, ist Anliegen des Kurses, betont Leiterin Annegret Gehrmann. „Und ich spüre, wie viel Leidenschaft für die eigene Kirche in den Menschen steckt. Wenn es uns gelungen ist, diese Leidenschaft mit Worten und Wissen zu übersetzen, haben wir mit dem Kurs viel erreicht“, sagt die Kunstgutbeauftragte des Kirchenkreises. Superintendent Thomas Köhler sagte zu den Absolventen: “So ist es wunderbar, dass sie sich darauf eingelassen haben, diese Kirchengebäude, die Altäre, die Taufsteine, die Epitaphien erklären zu wollen, denn das müssen wir auch sagen: Die Gebäude und Bilder entfalten zwar ihre Wirkung auf viele Menschen, sie können sie aber nicht mehr deuten.“ Er dankte im besonderen Annegret Gehrmann für ihr Engagement. „Ohne Sie würden viele Kirchen verschlossen bleiben“, betonte er. Der Kirchenführerkurs fand in dieser Form bereits zum dritten Mal statt. Das Interesse war auch diesmal groß. Die Teilnehmenden kamen aus dem Kirchenkreis Niederlausitz und aus Orten darüber hinaus. 

Franziska Dorn