Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Nicht aufgeben

15.01.2021

„Denke nicht so oft an das, was du nicht hast, sondern an das, was du hast.“ Marc Aurel

Dieser Spruch begleitet mich seit meiner Kindheit durch Krankheit und jetzt durch Corona hindurch. Er beeinflusst mein Denken und Tun. Er hilft, nicht zu verzweifeln. Ich schöpfe Kraft, weil ich auf das schaue, was noch möglich ist. In vielen Lebenszeiten haben wir Grund zur Klage. So auch jetzt. Die Angst um geliebte Menschen ist groß. Viele wissen nicht mehr, wie es finanziell weitergeht. Familien geht die Geduld zu einem guten Miteinander aus. Viele Menschen sind wütend, suchen Schuldige oder meinen, die Hintergründe zu kennen. Es wird dadurch aber nicht leichter. Von daher versuche ich, nicht in negativen Gefühlen zu verweilen. Ich übe mich, auf das zu schauen, was lebbar ist. Wenn ich den Mut habe, mich neu zu orientieren, vergeht meine Frustration schneller. Nicht jeder Neuanfang gelingt. Aber ich möchte nicht aufgeben und resignieren, nicht verhärten und verurteilen. 

So suche ich das, was zum Leben weiterhilft. Auf dieser Suche entdecke ich viele Menschen, die einander beistehen, sich stärken und trösten. Mir wird bewusst, was es heißt „Du sollst Gott, deinen HERRN, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte und deinen Nächsten wie dich selbst.“ In diesem Sinn bete und hoffe ich, dass wir gemeinsam diese schwere Zeit durchstehen als Menschen, die guten Willens sind.

Pfarrerin Angelika Schiller-Bechert – Kirchenkreis Bad Liebenwerda