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RSSPrint

Schlepziger Konfirmanden in der Warteschleife – App hält Gruppe zusammen

23.06.2020

Annabell, Lennard, John und Chiara sind vier von sechs Konfirmandinnen und Konfirmanden in Schlepzig, die ihre Konfirmation wegen der Coronaepidemie vertagen müssen. Statt Pfingsten wird nun am 29. August gefeiert. Auch die sogenannten „Konfinights“, Übernachtungswochenenden in Groß Leuthen mit etwa 30 anderen Konfirmandinnen und Konfirmanden der Region Lübben, fielen ins Wasser. 

Die vier 14-Jährigen fanden das anfangs ziemlich ärgerlich. Alle haben sich auf die großen Familienfeiern gefreut. Die Gäste waren geladen, die Restaurants gebucht, die Konfirmationssprüche gelernt und die Festtagskleidung gekauft. Während die Mädchen nun hoffen, dass die Kleider im August noch passen, hat Lennard seinen Anzug rasch zurückgegeben. Inzwischen haben sich die Vier mit der Situation abgefunden. Auch damit, dass die mit dem Konfirmationsgeld geplanten Investitionen noch warten müssen. Ein kleiner Lichtblick bei all dem Ärger ist eine Sonderregelung des beliebten Schlepziger Jugendclubs. Eintritt ist inzwischen auch all denen gewährt, die in diesem Frühjahr Konfirmation und Jugendweihe gefeiert hätten. Mit dem plötzlichen Wegfall des Konfirmandenunterrichts standen aber auch Pfarrer Benjamin Liedtke und seine Kollegen und Kolleginnen vor einer besonderen Herausforderung. „Die Konfirmandenzeit war mit dem Lockdown noch nicht beendet, unser Ziel ist aber stets, die Mädchen und Jungen als Gemeinschaft zur Konfirmation zu führen“, sagt Liedtke. Abhilfe schaffte zunächst eine App, die Benjamin Liedtke in seiner frühen Tätigkeit in Havelberg bereits nutzte. Mit der Actionbound-App führte der Pfarrer die Jugendlichen auf eine digitale Reise. Sie entwickelten mit Hilfe der Anwendung eigene Filme, Texte, Bilder und Wortbeiträge rund um das Glaubensbekenntnis. In der zweiten Runde ging es mit mehr als 40 anderen „Konfis“ auf eine digitale Schnitzeljagd durch Lübben. „Das war cool, weil wir wenigsten in kleinen Gruppen zusammen sein konnten“ sagte John. Obwohl es in Strömen regnete, passierten die Dreiergruppen 20 Stationen in der Lübbener Innenstadt, um dort Aufgaben zu erledigen oder Fragen zu beantworten. Die Gruppe um John erreichte einen beachtlichen dritten Platz. „Und das, obwohl die Lübbener im Vorteil gewesen waren“, betont er. Der digitale Unterricht habe die Gruppe über die Durststrecke bis zu den Ferien geführt, resümiert Benjamin Liedtke. Nach der Sommerpause dürfen die Jugendlichen dann hoffentlich wieder ganz analog zusammenkommen, zunächst beim letzten Vorbereitungstreffen und dann schließlich zur Konfirmation am 29. August in der Schlepziger Kirche. Alle freuen sich drauf.