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Steht schon in der Bibel

Ein Beitrag von Thomas Köhler.

Von wegen Superheld!

Ein Prophet, Elia, weiß Gott auf seiner Seite. Er vertraut darauf, dass ihm mit Gott alles gelingt. Er gewinnt ein Gottesurteil und lässt 450 Anhänger eines anderen Gottes töten. Dann aber geht es ihm selbst an den Kragen. Er entwischt in die Einsamkeit, wird depressiv und will nur noch sterben.

Von wegen ewige Witwe!

Eine junge Frau, Ruth, heiratet. Nach kurzer Zeit stirbt ihr Mann. Ist ihr Leben jetzt zu Ende? Eine Witwe kann in diese alten Zeiten nicht allein überleben. Ihre Schwiegermutter hat eine Idee. Sie verkuppelt Ruth bei einem Erntefest. Es gelingt. Eine neue Ehe. Ruth wird Mutter und später berühmt als Urgroßmutter von König David.

Von wegen Versager!

Ein Findelkind, Mose, soll einen hohen Posten am Hof des Pharao bekleiden. Dann erschlägt er einen Ägypter. Aus Angst vor Strafe rennt er weg, bis er zu Nomaden kommt. Er heiratet und hütet die Schafe seines Schwiegervaters. Sein Leben scheint vorgezeichnet. Dann aber bekommt er eine besondere Aufgabe. Er soll sein Volk in die Freiheit führen.

Immer wieder hält die Bibel Überraschungen bereit. Sie ist kein Buch der geraden Lebenswege. Sie zeigt das Leben, auch das Leben ihrer Protagonisten, mit allen seinen Brüchen. Sie spricht davon, dass in all diesen Brüchen Gott erfahrbar ist. Immer wieder, in immer neuen Variationen berichtet sie davon. Dabei ist sie immer für Überraschungen gut. Zugleich ist die Bibel ein Buch der Wege. Wenn man sie verfilmte, wäre sie ein Roadmovie.

Da wandert das Volk Israel 40 Jahre lang durch die Wüste, bis es in der ersehnten neuen Heimat angekommen ist. Siege und Niederlagen, große Feste und schwere Krankheiten, Vertrauenstage und Klagelieder gehören in diese Zeit. Viele Menschen sterben, viele werden neu geboren. Aber das Volk erreicht das Ziel.

Da predigt Jesus an immer neuen Orten. In Nazareth, eher im Norden des Landes, beginnt sein Weg. Am See Genezareth findet er seine ersten Gefährten. In Jericho, einer Stadt fast am Toten Meer, ist er bei einem Mann zu Gast, redet mit ihm und verändert dessen Leben von Grund auf. In Jerusalem schließlich endet sein Leben am Kreuz. Und doch ist das Ende nicht der Schlusspunkt.

Da kommt eine Königin aus dem Süden der arabischen Halbinsel nach Jerusalem. Sie will die Klugheit des Königs Salomo erleben, ist von ihm begeistert und lobt ihn über alle Maßen.

So viel ist von Wegen in der Bibel die Rede. Und wenn jemand meint, sie oder er wüsste alle ihre Geheimnisse, kann ich ihr oder ihm nur sagen: Von wegen! 

Thomas Köhler, Superintendent