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Vom Ende der Erde rufe ich zu dir

In der evangelischen Kirche hatte der letzte Sonntag den Namen Kantate. Das heißt Singet! Der kommende Sonntag heißt Rogate: Betet! Egal, ob wir nun religiös sind oder nicht, nach Singen ist uns in dieser Zeit nicht zumute. Karnevalsvereine hatten ihre Veranstaltungen wegen dem Krieg abgesagt. Schreckensbilder zeugen von dem, was Menschen in der Ukraine erleben. Erlebnisse, die nicht vergessen werden können und nicht heilen werden. Die Schreckensnachrichten dieser Wochen wirken nach und haben unsere Welt durcheinandergebracht. Die Hoffnung – wenn sie überhaupt noch vorhanden ist - sie ist nur schwach. Höre, Gott, mein Schreien und merke auf mein Gebet! Vom Ende der Erde rufe ich zu dir, denn mein Herz ist in Angst. So betet einer in Psalm 61. Bilder des Krieges, Bilder von Menschen dort: „Höre mein Schreien, mein Herz in Angst! Vom Ende der Erde rufe ich!“ Vieles klingt heute nach Ende: Ende von Frieden, Wirtschaft, Klima, Wohlstand. Das, was uns lange sicher schien, das ist ins Wanken geraten. Politische Entscheidungen der Vergangenheit werden heute als falsch betitelt. Andererseits begeben wir uns in neue Abhängigkeiten. Ob die sinnvoller sind oder besser halten werden? Nach dem Klagen betet der Mensch in dem Psalm: „Du, Gott wollest mich führen auf einen hohen Felsen.“ Wir sehnen uns nach Sicherheit und Halt, nach etwas Festem unter den Füßen. Trost und Heilung brauchen die verwundeten, geflüchteten und trauernden Menschen. Wir beten für ein Ende des Krieges.

 

Klaus Tiedemann ist Pfarrer im Kirchenkreis Bad Liebenwerda