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RSSPrint

Was ist wirklich wesentlich?

22.06.2020

Ich habe zu viele Bücher: Gerade haben wir mein Büro renoviert. Die Corona-Umstände machen es möglich. Und das heißt: Erst alles ausräumen, manches aussortieren, in Kisten verstauen. Und nun, nachdem die Handwerker durch sind, wieder einräumen. Vor allem Bücher. Vermutlich werde ich noch etliches aussortieren müssen, damit der Platz in den Regalen reicht und ich endlich wieder schnell auf das zugreifen kann, was sich über all die Jahre angesammelt hat. Ich habe längst nicht alles gelesen. Das ist noch so eine DDR-Angewohnheit. Man kaufte Bücher nicht, wenn man sie lesen wollte, sondern wenn es sie gab. „Oh, Kafkas Erzählungen bei Reclam. Da schlag ich gleich zweimal zu! Eins zum Verschenken.“ Nun stehen sie beide in meinem Regal. Diese Jäger- und Sammlermentalität wird mir nun zum Verhängnis. Bücher wegzuwerfen, widerstrebt mir. Aber ich werde längst nicht mehr alles lesen können.

Ich habe zu viel und nutze zu wenig. Geht Ihnen das auch so? Ein Rat von Jesus kommt mir dabei in den Sinn: „Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen.“ (Mt. 6,19f)

Fragen wir nach dem, was wirklich wesentlich ist für unser Leben, für unser Miteinander und nicht zuletzt für unsere Kinder und Enkel. Suchen wir nach den Dingen, die unser Leben nachhaltig machen. Dann sind wir dicht bei dem, was Jesus uns vorschlägt.

Michael Wolf, Pfarrer in Betten