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RSSPrint

Was wir brauchen

Mein Freund Klaus zieht um. Naja, nicht er selbst, sondern seine Firma. Es ist eine kleine Firma. Sie hat nur 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Doch sie hat ein großes Lager. Jetzt reicht der Platz dafür nicht mehr. Die letzten Monate haben die Angestellten viel im Homeoffice gearbeitet. Jetzt bei dem Umzug werden alle gebraucht. Die Akten müssen an den neuen Ort und vor allen die vielen Waren, die im Lager liegen. Es ist eine schwere Arbeit. Fünf Tage lang dauert der Umzug. An jedem Tag gibt es ein gemeinsames Mittagessen. Dieses Mittagessen wird das Highlight des Umzugs. Endlich ist Zeit, miteinander zu reden. Viel von dem, was in den letzten Monaten geschehen ist, wird ausgetauscht. Es wird vom persönlichen Ergehen erzählt, wann und wie man geimpft wurde, wohin der Urlaub ging oder gehen soll. Vor allem aber werden so Verbindungen neu geknüpft. Es tut gut, wieder mit denen zu reden, mit denen man einen großen Teil der Zeit verbringt. Es tut gut zu wissen, was die andere, den anderen bewegt und umtreibt, ärgert und freut. So wird deutlich, dass wir Menschen eben das brauchen: Gemeinschaft. Mit einem Wort der Bibel: „Es ist' besser zu zweien als allein. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft.“

Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass wir die Gemeinschaft leben können, die wir brauchen, und das auch in Zeiten der Pandemie.

 

Thomas Köhler ist Superintendent im Kirchenkreis Niederlausitz