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„Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder, …“

Der Weltkindertag am 20. September ist zwar nur in Thüringen staatlicher Feiertag, aber auch in Brandenburg Anlass, einen kritischen Blick auf die Kindererziehung zu werfen: Viel zu viele Kinder werden durch Wohlstand vernachlässigt, werden vor dem Bildschirm „geparkt“ und bekommen nie vorgelesen. Statt sich „Löcher in den Bauch“ fragen zu lassen, geben Großeltern lieber Geschenke. In der Schule gibt es immer noch zu viel Frontalunterricht und schon die Kleinsten müssen oft den ganzen Tag in eine staatliche Kinderbetreuung. Und immer noch werden zu viele Kinder körperlich und seelisch misshandelt. Die Gewaltspirale beginnt damit, dass Erwachsene ihre Macht nicht hinterfragen lassen, die Kreativität ihrer Kinder einschränken und ohne Not Regeln setzen. Kaum weniger schwerwiegend sind seelische Verletzungen, die oft einfach durch Vernachlässigung entstehen: Glaube, Liebe, Hoffnung sind Samen, die in Kinderseelen eingepflanzt werden müssen. Jedes Kind hat auch ein Recht auf Religion und es kann sich nicht „später mal dafür entscheiden“, wenn man nicht früher die Saat ausgebracht hat. Es ist nicht unsere Aufgabe, Kinder zu unseren Abziehbildern zu machen, vielmehr gilt das Jesuswort: „Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet Ihr das Himmelreich nicht schmecken!“ Und wenn Sie nicht wissen, was Sie zum Weltkindertag schenken sollen: Wie wäre es mit einer Kinderbibel? Aber natürlich müssen Sie auch bereit sein, daraus vorzulesen.

Frank Wendel ist Pfarrer im Kirchenkreis Niederlausitz