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Wer warten kann, hat Hoffnung

Einerseits möchte ich rufen „Endlich Advent!“ und andererseits verschlägt es mir die Stimme, weil das, was den Advent ausmacht an Märkten, Düften, Ständen, Liedern, Konzerten, Basteleien, Besuchen und Nähe wieder nicht oder nur unter Bedingungen sein können. Abseits aller nötigen gesellschaftlichen Debatten über Ehrlichkeit und eine gelingende Zukunft schenkt die Adventszeit den Gedanken ans Warten. Wer warten kann, hat nicht aufgegeben. Wer warten kann, hat Hoffnung. Wie ein liebender Mensch. Wer lieben kann, dem scheint die ganze Welt verzaubert. Der sieht die Rose, die dem Frost trotzt und freut sich am letzten Sonnenstrahl des Spätherbstes. Sie sieht das strahlende Rot des Schals und das Lächeln der alten Dame, die die Vögel füttert. Der sieht das Kinderlachen beim Wettlauf bis zur zweiten Laterne. Wenn ich liebe, dann freue ich mich an vielem – und vor allem auf meine Liebsten. Koche Essen, bereite die Wohnung vor. Backe Kekse und zünde Kerzen an. Vorfreude ist da. So ist Advent. Vorfreude auch auf Jesus, der kommen wird. Christen warten darauf schon lange – und sie haben noch lange nicht aufgegeben. Hoffnung lässt Leben gelingen. Und auch dieses Jahr warten die Christen wieder. Die Wochen der Adventszeit sind immer noch voller Zauber und Freude. Mit Duft nach Nelken und Zimt, nach Orangen und Lebkuchen. Alles ist ein bisschen schöner als sonst. Das Kommen von ersehnten Menschen wird vorbereitet. Das ist Advent. Hoffentlich können Sie das in allen Sorgen doch empfinden. Die Herrnhuter Sterne in vielen Häusern erleuchten die Straßen und Herzen. Wir zeigen Jesus ein Licht. Auch er wird uns finden. Eine gesegnete Adventszeit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser! 

Kerstin Höpner-Miech ist Pfarrerin im Kirchenkreis Niederlausitz