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„Wir dürfen nicht zu klein denken“

Die Kreissynode des Kirchenkreises Niederlausitz tagte am 18. September in Finsterwalde. Neben einer Reihe von Beschlüssen zu Jahresabschluss und Haushalt ruft Superintendent Thomas Köhler dazu auf, Kirchengemeindestrukturen neu zu denken.

Jahresabschluss, Haushalts- und Stellenplanung, Bilanzierung und Rückladenbildung: Für die ehrenamtlichen Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinden sind die Beschlüsse, die im Rahmen der Verwaltung von Kirchengemeinden und eines Kirchenkreises nötig sind, mitunter eine Herausforderung. Susan Spielberg und Bianka Lottra vom kirchlichen Verwaltungsamt und die Vorsitzende des Finanzausschusses, Kathrin Schubert, konnten bei der diesjährigen Jahrestagung Synode mit Unterstützung von Superintendent Thomas Köhler ein wenig Licht ins Dunkel des immer komplexer werdenden Haushaltswesens bringen. 

Umso erfreulicher und hoffnungsvoller für die Christen aus der Niederlausitz war der Bericht von Ralph Myrczek von der Initiative „Kirche unterwegs“ auf dem Campingplatz am Senftenberger See. Mit einem christlichen Abendprogramm für Kinder und Familien erreichte der Projektleiter mit seinen ehrenamtlichen Teams in diesem Jahr mehr als 5000 Menschen. In der Zeit der sächsischen Sommerferien gestalten christliche Jugendliche täglich Angebote für Kinder. Insgesamt waren es mehr als 60 Veranstaltungen, die mit großem Interesse wahrgenommen werden, wie die Bilder und Videos zeigten. 

Für Aufmerksamkeit inmitten des trockenen Zahlwerkes dürfte auch die Rede zur Lage von Superintendent Thomas Köhler gesorgt haben. Darin blickt er zurück auf die inzwischen 1,5 Jahre andauernde Coronapandemie mit all ihren Herausforderungen, die sich insbesondere in der Advents- und Weihnachtszeit gezeigt haben. Er dankte den Verantwortlichen in den Gemeinden für stetiges Um- und Neuplanen, vor allem für die Kreativität bei der Gestaltung kirchlicher Angebote. Zugleich verwies er auf die schwierig bleibende Fachkräftesituation 

Mit Blick auf ein zu erwartendes Mindestgemeindegliedergesetz, das eine Gemeindegliederzahl von mindestens 300 vorsieht und voraussichtlich in 2023 wirksam wird, rief er die Synodalen auf, ihre Gemeindestrukturen neu zu bedenken. „Mir ist wichtig, dass wir nicht zu klein denken. Es scheint sinnvoll, schon jetzt über Regionalgemeinden nachzudenken, die eine ganze Region umfassen“, sagt er. „Warum nicht Kirchengemeinden denken, in denen es mehrere Pfarrerinnen und Pfarrer gibt, in der sich nicht jeder einzelne um Haushaltspläne, Bauanträge und Protokollauszüge beschäftigen muss? Ich träume von einem Gemeindekirchenrat, in dem Menschen mit Begeisterung neue Verkündigungsformate planen und einführen, in dem nicht mehr gefragt wird, aus welchem Dorf jemand kommt und in welchem Dorf ein Angebot stattfindet, sondern nur danach, wo sich die besten Bedingungen bieten“ sagt er schließlich. Auf den Kirchenkreis Niederlausitz übertragen heißt das: Aus den knapp 100 Kirchengemeinden mit mitunter weniger als 30 Gemeindegliedern würden sechs Kirchengemeinden mit jeweils etwa 5000 Gemeindegliedern entstehen.

Franziska Dorn

Auszug aus dem Bericht zur Lage zur Umsetzung des Mindestkirchengemeindegliedergesetzes von Superintendent Thomas Köhler (PDF)